Abstammung An der Theorie, die Vorfahren des Podenco könnten in dem stehohrigen Windhundetyp Altägyptens, dem Tesem, zu suchen sein, werden in jüngster Zeit Zweifel laut, wenn auch die frappierende Ähnlichkeit mit Wandmalereien aus dieser Zeit nicht zu leugnen ist. Neueren Vermutungen zu Folge könnten Podencos aber auch von den kurzhaarigen und stehohrigen Paria- bzw. Windhunden abstammen, die früher überall im Mittelmeerraum vorkamen.
Altägyptische Abbildung, 5. Dynastie (unten 4 Hunde vom Typ Tesem)
Man unterscheidet heute verschiedene Rassen, die der jeweiligen Herkunft des einzelnen Hundetyps zugeordnet ist. So ist der heute bekannteste Podenco Ibicenco hauptsächlich auf Ibiza und den restlichen Balearen zu finden, während der Podenco Canario auf den Kanarischen Inseln verbreitet ist. Der Kelb tal Fenek wird Malta zugeordnet, der Cirneco dell´Etna Sizilien und der Kretikos Ichnilatis (kretischer Spürhund) Kreta, während die portugiesische Form dieses Hundetyps den Namen Podengo trägt. Die unterschiedlichen Typen variieren stark in Größe und Gewicht. Die meisten dieser Hunde sind glatt- und kurzhaarig, es gibt jedoch auch einen rauhhaarigen Typ mit etwas längerem Haarkleid. Allen gemeinsam sind die typischen großen und aufrecht stehenden Ohren, der Windhund ähnliche und tiefe Brustkorb, eine weiße Schwanzspitze und eine rosa- bzw. fleischfarbene Nase. Weit verbreitet sind auch ausdruckstarke gelb-bernstein-farbene Augen. Ein eleganter, beinahe schwebender Trab ist ein weiteres gemeinsames Kennzeichen. Die häufigste und im Rasse-Standard bevorzugte Farbe ist ein weiß-rotbraun, es kommen aber auch rein weiße oder rein rotbraune Hunde vor.
Podenco Ibicenco, Foto Eva-Maria Krämer
Verwendung in den Ursprungsländern Der Podenco wird vorwiegend zur Jagd auf Kaninchen, Hasen und Rebhühner verwendet und jagt im Gegensatz zu den anderen Windhunden nicht nur auf Sicht, sondern setzt dabei auch sein feines Gehör und seine Nase ein. Der Podenco ist ein schneller, sehr gewandter und sprunggewaltiger Jäger. Die Jagdmeute besteht hauptsächlich aus Hündinnen, mit denen wenn überhaupt, nur ein Rüde mitläuft. Eine Gruppe von Rüden wird aufgrund der Neigung zu Raufereien nicht eingesetzt.
Podenco Canario, Foto Eva-Maria Krämer
Unterhalt Die meisten in Westeuropa gehaltenen Podencos stammen vom Tierschutz und werden im besten Fall erst aus Südeuropa importiert, wenn ein festes und dauerhaftes Zuhause für sie gefunden ist – für ihre Anschaffung ist deshalb eine Vermittlungsgebühr zu entrichten, die je nach Tierschutzorganisation unterschiedlich hoch ausfällt, 350 Euro aber selten übersteigt. Für einen Zuchtpodenco wird der Preis etwa drei bis viermal so hoch liegen. Die restlichen Kosten entsprechen einer normalen Hundehaltung mit den Kosten für Futter, Wurmkuren und sonstige bei Bedarf anfallende tierärztliche Versorgung, Halsband oder Brustgeschirr, Leine, sonstiges Zubehör je nach Geschmack, Hundesteuer und Haftpflichtversicherung.
Ölgemälde Katja Turnsek
Die Haltung von Podencos verlangt dem Besitzer Geduld, Einfühlungsvermögen und eine kompromisslose aber sanfte Konsequenz bei der Erziehung ab. Wer Hunde z.B. nicht auf der Couch oder im Bett mag, wird Mühe haben, einen Podenco davon zu überzeugen, dass diese Plätze dem Menschen vorbehalten sind, denn die Liebe dieser Hunde zu sehr weichen Liegegelegenheiten ist sprichwörtlich und sie werden regelmässig versuchen, dieses Terrain zu erobern. Im Haus ist der Podenco ein sehr ruhiger und anschmiegsamer Hund, den man im Freien jedoch zuweilen kaum wieder erkennt. Sein Bewegungsdrang ist groß und sein meist ausgeprägter Jagdtrieb nicht zu unterschätzen, wobei auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen !
Kelb tal Fenek, Foto Eva-Maria Krämer
Das Podencohaarkleid ist pflegeleicht und riecht kaum oder gar nicht „nach Hund“, dennoch hilft ein Ausbürsten wenigstens einmal pro Woche beim Fellwechsel. Augen und Ohren werden nur bei Bedarf mit Hilfe eines weichen Tuchs und eventuell einer speziell dafür vorgesehenen Lotion vorsichtig aus gerieben. Die beim Podenco hellen und durchsichtigen Krallen erleichtern das Schneiden, das bei Bedarf vom Halter selbst ausgeführt werden kann – wer unsicher ist, lässt das vom Tierarzt machen ! Bei der Zahnpflege helfen normalerweise entsprechende Kauknochen oder -streifen. Besteht jedoch eine Neigung zu vermehrter Zahnsteinbildung, lässt sich auch ein Podenco mit Geduld und Vorsicht an ein regelmäßiges Putzen des Gebisses gewöhnen.
Cirneco dell´Etna, Foto Eva-Maria Krämer
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Podenco-Lektüre Buntstiftzeichnung Nicole Zeug
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